Vereinsmeisterschaften im Wurffünfkampf

Männer ohne Nerven – die Maschinisten der Turbine nach dem Wettkampf

 

Zuchering, 2. August 2020 – Langsam aber sicher nimmt auch beim SV Zuchering die diesjährige, verkürzte Leichtathletiksaison Fahrt auf.  Als erster Wettkampf unter Corona bedingten Vorkehrungen fanden Anfang August zum ersten Mal Vereinsmeisterschaften im Wurffünfkampf mit einer kleinen aber feinen Gästeklasse in der „Kampfbahn Rote Erde“ im Ingolstädter Süden statt.

Hauptziel der Zucheringer war es dabei, dem TuS Alztal Garching den Bayerischen Mannschaftsrekord in der M35 (4434 Punkte) abzunehmen. Mit 6264 Punkten gelang dies Sören Koss (2123 P.), Jörg Pfennig (1807 P.) und dem eifrigsten Punktesammler Thomas Schmitt (2334 P.) am Ende deutlich. Dabei merkte man Schmitt die durch die Schließung der Sportanlagen  verursachte unfreiwillige Trainingspause im so wichtigen Frühjahr in keiner Weise an. So schleuderte er das 15,88kg schwere Gewicht auf sehr gute 11,19m und mit dem Hammer kam er auf ganz starke 42,49m.

In der Altersklasse M40 holte sich Daniel Niklas unangefochten mit 1767 Punkten den Titel, bei den über 70-jährigen tat es ihm Wolfgang Zenker mit 1863 Punkten gleich.

Daneben musste Altmeister Robert Andorf (2688 P.) in der Altersklasse M55 dem heuer erst in diese Klasse aufgerückten Jean von Wittke (2910 P.) den Vortritt lassen.

Die sportlich wertvollste Leistung konnte man aber ohne Zweifel in der Klasse der über 50-jährigen erleben. Hier sicherte sich Joachim Rieck, immerhin Bronzemedaillengewinner bei den Seniorenweltmeisterschaften 2018 im Wurffünfkampf, überlegen den Titel. Rieck begann den Wettkampf mit herausragenden 45,39m im Hammerwerfen und 17,54m im Gewichtwerfen – beide Leistungen bedeuten gleichzeitig neue Vereinsrekorde – und befand sich damit klar auf Kurs hin zu einer neuen persönlichen Bestleistung.

 

Immer das richtige Drehmoment – Vereinsmeister Jochen Rieck beim Gewichtwurf

Dann allerdings setzte der Regen ein und sorgte für äußerst schwierige Verhältnisse im Diskusring. In seiner Paradedisziplin blieb er vier bis fünf Meter unter dem, was er normalerweise leisten kann, und die somit fehlenden Punkte waren auch mit Kugel und Speer nicht mehr zu kompensieren. Dennoch wird er mit den erzielten 3511 Punkten auch heuer wieder einen Spitzenplatz unter den deutschen Fünfkämpfern einnehmen.

Und auch die Gaststarter konnten mit einigen Spitzenleistungen aufwarten. So erzielte der mehrfache Seniorenwelt- und –europameister im Speerwerfen, Walter Kühndel vom TV Dingolfing, in seiner Spezialdisziplin mit 42,68m die beste Weite aller Teilnehmer und kam in der M65 auf ausgezeichnete 3548 Punkte. Sein Pendant bei den Damen war die zweifache Olympiateilnehmerin Almut Brömmel vom TSV 1860 München, die als älteste Starterin in der W85 beachtliche 3257 Punkte erzielte – in nur vier Disziplinen wohlgemerkt. Auf den Speerwurf musste sie verletzungsbedingt verzichten.

 

Alle Ergebnisse auf der Seite des BLV: Zucheringer Vereinsmeisterschaft